2026 Lesejahr A | 23. Sonntag im Jahreskreis
Evangelium nach Matthäus (Mt 18,15-20)
In jener Zeit sprach Jesus: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide.
Impuls:
Wie geht es dir mit deinen Geschwistern? Sind sie alle lieb und nett, freundlich und hilfsbereit? Wenn ja, dann gratuliere ich dir. Dann seid ihr eine rühmliche Ausnahme. Ich hatte 10 Geschwister. Einen ausgesprochenen Bösewicht gab es nicht in unserem Haus. Aber einige Geschwister hatten schon ihre Launen und Flausen. Da bekam ich schon mal Dinge zu hören, wo ich dreimal schlucken musste. Mit einem unhörbaren "blöde Gans" war der Dampf schon wieder verraucht.
Wie soll ich mit meinem Bruder, mit meiner Schwester umgehen? Nun, kleinere Familienstreitigkeiten sind nicht der Rede wert, die sind im nächsten Moment schon wieder vergessen. Aber größere Bosheiten und Gemeinheiten, die vergisst man nicht so schnell. Was tun? Jesus sagt: Rede mit dem Bruder, der dich kränkt. Vieles plappert er gedankenlos. Er weiß gar nicht, dass er dich verletzt. Dann ist es wichtig, ihm klar zu machen: Was du mir gestern gesagt hast, das hat mir weh getan. Möglicherweise wird er antworten: Das wollte ich nicht. Das war ein dummes Missverständnis. Entschuldige. Wenn er Reue zeigt und sich bessern will, ist die Sache erledigt.
Schwieriger wird es, wenn jemand Freude daran hat, andere zu kränken. Dann ist es wichtig, dich selber zu schützen. Du hast es nicht nötig, dich von negativen Menschen hinunterziehen zu lassen. Das schadet deiner seelischen Gesundheit. Einem Wiederholungstäter wirst du sagen: dies und jenes kann und will ich nicht akzeptieren. Anderenfalls muss ich auf Distanz gehen.
Manchmal ist es nötig, sich mit klugen Menschen zu besprechen: mit Eltern, Lehrpersonen, mit Freunden. Wenn es sich um böswillige Menschen handelt, die dich bewusst niedermachen und mobben, da ist auch eine Anzeige sinnvoll. Zunächst bei den Lehrern, beim Chef, oder gar bei der Polizei. Der Grobian soll wissen; Mobbing ist ein schweres kriminelles Vergehen.
Liebe Gläubige!
Den schwierigen oder gar den bösen Bruder, den hat es auch zur Zeit Jesu gegeben. So, dass Jesus es für wichtig hält, seine Meinung dazu zu sagen. Was er sagt, ist intelligent und zeitlos. Er empfiehlt auch 4 Schritte, wie man mit sündigen Menschen umgehen soll:
1. Rede mit ihm unter 4 Augen.
2. Wenn das nicht hilft, ziehe kluge Menschen zu Rate.
3. Wenn das nicht hilft, zeig ihn an bei einer öffentlichen Person.
4. Wenn auch das nicht greift, dann soll er für dich wie ein Heide sein, mit dem du keinen Kontakt mehr haben musst. Geh auf Distanz. Kein moderner Therapeut könnte dir besser raten. Was ist die Bibel doch für ein modernes, zeitloses Buch.
Noch etwas: Für einen Sünder beten ist allemal sinnvoll. Es beruhigt mich selbst und hilft dem Sünder womöglich zur Umkehr.
Trennung muss ja nicht für immer sein.