Lj. A: 32.So.im Jahr: Die klugen und dummen Jungfrauen.
Evangelium nach Matthäus (Mt 25,1)
In jener Zeit erzählte Jesus folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht. Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
Impuls:
Mir tun sie echt leid, die dummen Jungfrauen. Sie verpassen den wichtigsten Auftritt ihres Lebens, den Eintritt in den Hochzeitssaal. Nur wegen einer toten Lampe. Was heißt hier "nur"? Wer sind denn diese bedauernswerten Mädchen? Es sind Brautjungfern. Ihre Aufgabe war es, den Bräutigam zu empfangen und ihn mit brennenden Lampen zu begleiten vom Haus der Braut bis zum Hochzeitssaal. Das konnte sich hinziehen. Es konnte Mitternacht werden. Auf den Ruf: "Der Bräutigam kommt" hatten sie bereitzustehen mit brennenden Lampen. Andernfalls waren sie von der Hochzeit ausgeschlossen, die Armen. Und was noch dramatischer ist: Hier geht es nicht um irgendeine Hochzeit. Hier geht es um unser Leben. Und die Brautjungfern, das sind wir, du und ich. Der Sinn einer Lampe ist, dass sie brennt. Ohne Öl ist sie tot. Für uns bedeutet das: Die Lampe ist unser Herz. Das Öl ist der Glaube, die Liebe, gute Werke. Der Hochzeitssaal ist der Himmel.
Mein Lebenssinn ist, dass ich brenne und leuchte - für Gott und für meine Mitmenschen. Wir alle sind eingeladen. Aber dieses große Fest gibt es nicht zum Nulltarif. Unsere Lampen müssen brennen. Nicht immer ganz einfach, bis zum Ende des Lebens das Feuer zu hüten. Das kann müde machen. In der Geschichte heißt es: Alle 10 Mädchen sind müde geworden und eingeschlafen. Aber beim Weckruf sind sie da, und machen ihre Lampen zurecht. Kein Problem für die klugen Mädchen. Sie haben genügend Öl auf Vorrat. Die anderen leider nicht. Wachsamkeit kann anstrengend sein. Aber genau diese Wachsamkeit möchte Jesus von uns. Dass wir zur Stelle sind, wenn unser Herz, unsere Hilfe gebraucht wird. Wir müssen nicht Dienst machen rund um die Uhr. Das könnte niemand ein langes Leben lang. Es gibt genügend Erholungszeit. Aber dann, wenn wir gefordert sind, dann sollten wir zur Stelle sein, mit Hirn und mit Herz. Eines sollten wir unbedingt vermeiden: Dass wir denken: Sollen doch die anderen machen. Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass andere uns vertreten und für uns einspringen. Das geht leider nicht. Jeder ist persönlich gefordert. Im letzten Moment ausborgen kann man sie nicht, die Liebe, den Glauben, die guten Werke, und kaufen schon gar nicht. Ich muss sie selber haben.
Lb. Gl. Ich weiß: Ein Leben kann sich in die Länge ziehen. Die Gefahr, dass das Öl der Liebe versiegt, ist groß. Da heißt es, immer wieder nachfüllen. Und wo kriegen wir das Öl der Liebe? Der Krug der Christen ist die Kirche. Hier werden die Sakramente gespendet. Die 7 Sakramente sind sichtbare Zeichen der Nähe Gottes, die Kraft geben und Leben in Fülle. In der Kirche hören wir außerdem die wunderbare Botschaft von einem liebenden und barmherzigen Gott. Von ihm können wir lernen, wie Liebe geht. Wer keinen Tropfen Öl, keinen Funken Liebe hat für Gott und für die Mitmenschen, der muss draußen bleiben.
Lb.Gl. Ich denke: Draußen bleiben müssen nicht die Vergesslichen, sondern Menschen ohne Liebe, die Gotteshasser, die Menschenhasser, die ausgesprochenen Bösewichte und Verbrecher. Es sei denn, sie bekehren sich irgendwann.