2026 Lesejahr A | 29. Sonntag im Jahreskreis

Evangelium nach Matthäus (Mt 22, 15)

In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen.  Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person.  Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin.  Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

 

Impuls:

Hast du nachgeschaut, wieviel Lohnsteuer du zahlst? Die meisten prüfen das sehr genau. Sie zahlen 20-50% und mehr. Viele ärgern sich. Und sie sind auch unzufrieden, was der Staat mit ihrem Steuergeld macht. Die Steuern, also ein großes Ärgernis. Das ist nicht neu. Das war schon vor 2000 Jahren so. Die Juden mussten damals ihre Steuern abliefern sogar an jene Leute, die Ihr Land besetzt hatten, an die Römer. Steuern zahlen an fremde Herrscher, das geht ja gar nicht. Und so fragen eines Tages einige Pharisäer den Meister: Soll man dem Römischen Kaiser Steuern abliefern oder nicht? Bei dieser Frage ging es jedoch nicht in erster Linie um die Steuern. Es war eine hinterlistige Fangfrage, bei der Jesus sich nur verhasst machen konnte.

Sagt er: Man soll dem Kaiser Steuern zahlen, dann macht er sich bei den Juden verhasst. Sagt er: Wir Juden müssen den Besatzern keine Steuern zahlen, dann hat er die Römer auf dem Hals, wird womöglich als Unruhestifter eingesperrt.

Mit einer hochintelligenten Antwort zieht er sich aus der Schlinge. Er lässt sich eine Steuer-Münze zeigen mit dem Bild des Kaisers. Dann sagt er: Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt und Gott, was Gott gebührt.

Genial diese Antwort. Sie sagt, dass auch der weltliche Machthaber Respekt und Gehorsam verdient. Er muss ja Sorge tragen, dass ein Staat funktioniert: die vielen Infra-Strukturen: Straßen, Schulen, Wasserleitungen und vieles mehr. Das kostet Geld.

Noch mehr aber verdient unser Schöpfer Hochachtung und Gehorsam. Ihm verdanken wir unser Leben. Und er gibt wichtige Weisungen, damit unser Zusammenleben friedlich verläuft. Weltliche Macht und göttliche Autorität. Beide haben ihre Berechtigung. jedoch in einem vernünftigen Maß.

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist. Das bedeutet: Ein Christ wird den gesellschaftlichen Pflichten nachkommen. Schon vor 2000 Jahren sind die Christen aufgefallen, dass sie gute Staatsbürger sind und ihre Pflichten erfüllen.

Aber: Gebt Gott, was Gott gebührt.

Der Mensch trägt nicht das Bild des Kaisers oder des Kanzlers in sich, sondern das Ebenbild Gottes. Deshalb soll der Mensch dem lieben Gott sein Herz, seine Treue, sein Gewissen und sein Leben schenken. Geld mag dem Kaiser gehören, aber der Mensch gehört Gott. Sollte ein Herrscher es wagen, etwas zu befehlen, was gegen unser Gewissen ist, dann ist Verweigerung des Gehorsams angesagt. Dem Staat schuldet man Steuern und die Erfüllung von Gesetzen. Gott schuldet man sein Herz und seine Seele. Und die Erfüllung seiner Gebote, besonders des Gebotes der Gottes- und Nächstenliebe.

 

Also: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist.